Der Weg

Gestern bin ich mit meinem Hund im Wald spazieren gegangen. Dabei habe ich dann aus Zeitgründen eine Abkürzung nehmen müssen, die ich selten gehe.
Diese führt durch ein steil abfallendes Waldgebiet. Um nicht den Halt zu verlieren oder auf einer nassen Wurzel auszugleiten habe ich mich voll auf jeden meiner Schritte konzentriert und deshalb während der meisten Zeit vor mir zu Boden geschaut. Dabei bot sich mir der folgende Anblick:

Weg1

 

Auf dem durchnässten Waldboden war der Weg, den ich gehen wollte kaum zu sehen. Ich musste mich schon arg konzentrieren, dass ich nicht von ihm abkam und in die falsche Richtung ging. Das Waldgebiet war ja wie gesagt sehr abschüssig und der Weg verlief deshalb serpentinenartig den Hang hinab.

 

Als ich wieder aufblickte, veränderte sich meine Perspektive ziemlich. Wo ich den Weg zuvor kaum noch erkennen konnte, war er nun gut erkennbar. Ich habe auch dies auf einem Schnappschuss festgehalten:

Weg2

 

Ich glaube, dieses Bild ist sehr gut übertragbar auf unser Leben. Manchmal ist es doch so, dass wir vor lauter „nicht ausgleiten wollen“ nur noch auf unsere Füsse und die Schwierigkeiten des momentanen Wegstückes starren. Dabei verlieren wir aber irgendwann den Blick für das Wesentliche, nämlich dafür, wo wir überhaupt hinwollen und wie wir dort hinkommen. Wir verlieren mit dem Weg gar das Ziel an sich aus den Augen und landen irgendwo im düsteren Wald (um zu meiner Metapher zurückzukommen). In einer solchen Situation, wenn man vor lauter nassen Wurzeln, spitzen Steinen, losem Geröll, Matsch, Dornen und was weiss ich noch allem völlig aus den Augen verloren hat, wo man entlang gehen und ankommen wollte, lohnt es sich, einfach für einen Augenblick innezuhalten und den Blick anzuheben. Es lohnt sich wirklich, dann den Blick von den Problemen, Ängsten und Sorgen abzuwenden und auf den Weg und das Ziel zu lenken. Jesus Christus sagt von sich selber, dass er der Weg ist:

Jesus sagte zu ihm: »Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich.

Johannes 14, 6

Wenn mir in meinem Leben etwas unmöglich erscheint, wenn ich nicht einmal mehr die leiseste Ahnung habe, wohin ich mich wenden oder wie ich mich entscheiden soll, dann will ich innehalten, meinen Blick von den Schwierigkeiten des Weges abwenden und auf den schauen, der den Weg vor mir bereits gegangen ist, der ans Ziel gekommen ist, um mir eine Wohnung herzurichten (Johannes 14, 2) und der mir verspricht, mich nicht verloren gehen zu lassen (Johannes 3, 16).

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